Varianz

Also known as: swing, swings

Die statistische Streuung der Ergebnisse um deine wahre Gewinnrate – der Grund, warum kurzfristige Ergebnisse deine Edge verschleiern.

Varianz ist die Streuung deiner Ergebnisse um die Erwartung. Im Poker wird sie durch die Standardabweichung quantifiziert, üblicherweise ausgedrückt in bb/100 (Big Blinds pro 100 Hände) für Cash Games oder in Buy-ins / ROI Punkten für Turniere.

Die zentrale Tatsache, die Spieler unterschätzen: Varianz skaliert mit der Quadratwurzel der Stichprobengröße, während deine Edge linear skaliert. Über \(N\) Hände beträgt dein erwarteter Gewinn \(\text{win rate}\times N\), aber die Standardabweichung dieses Gewinns ist \(\sigma\sqrt{N}\). Das Verhältnis von Können zu Glück wächst also nur mit \(\sqrt{N}\) — weshalb ein 5 bb/100 Winner über Zehntausende von Händen verlieren kann und ein Break-Even-Spieler einen Monat lang heiß laufen kann.

Typische Werte:

Varianz ist der Grund, warum deine Bankroll in Buy-ins bemessen wird und warum ein Downswing dir in einer kleinen Stichprobe fast nichts sagt. Du kannst die Varianz nicht stark reduzieren (Game Selection hilft ein wenig); du kannst sie nur finanzieren.

Example

Ein 5 bb/100 Winner mit \(\sigma=100\) über 10.000 Hände erwartet \(5\times100 = 500\) bb Gewinn, mit einer Standardabweichung von \(100\sqrt{100}=1{,}000\) bb. Ein Ein-Sigma-Swing erstreckt sich also grob von \(-500\) bis \(+1{,}500\) bb — eine verlustreiche 10k-Hände-Strecke ist für einen klaren Winner völlig normal.