Fold Equity
Also known as: fold equity, FE
Die EV, die dein Bet oder Raise gewinnt, durch die Chance, dass der Gegner foldet – der Motor hinter Semi-Bluffs und Shoves.
Fold Equity ist die zusätzliche EV, die du generierst, wenn deine Aggression eine bessere Hand (oder eine Hand mit Live Equity) zum Folden bringt. Sie ermöglicht es einem Draw, profitabel zu shoven, selbst wenn er im Showdown hinten liegt.
Die EV eines Semi-Bluffs teilt sich in zwei Bereiche auf:
\[ \text{EV} = f\cdot \text{pot} + (1-f)\,\big(E\cdot \text{(pot+calls)} - \text{risk}\big) \]
wobei \(f\) die Fold-Häufigkeit und \(E\) deine Equity ist, wenn du gecallt wirst. Der erste Term ist die reine Fold Equity; der zweite ist der Showdown-Teil. Fold Equity steigt mit glaubwürdiger Repräsentation (Range Advantage, Scare Cards, größerer Sizing) und gegen Gegner, die folden können; sie bricht auf null zusammen gegen eine Calling Station oder einen Pot-committed Short Stack.
In Turnieren wird die Fold Equity durch ICM verstärkt: Ein Gegner, der vor einem Pay-Jump oder der Bubble steht, foldet eher, daher wirkt dein Risk Premium in beide Richtungen – sie brauchen mehr, um zu callen, du brauchst sie, um mehr zu folden. Der Breakeven Percentage für einen reinen Bluff sagt dir genau, wie viel Fold Equity ein Bet generieren muss.
Example
Du shovest 12 bb mit einem Flush Draw + Overcard (~30% wenn gecallt) in einen 6 bb Pot. Wenn der Gegner 50% foldet: Fold-Anteil \(0.50\times 6 = 3\) bb. Call-Anteil \(0.50\times(0.30\times 30 - 12)\approx 0.50\times(-3)=-1.5\) bb. Netto \(\approx +1.5\) bb — der Shove ist fast ausschließlich durch Fold Equity profitabel; bei null Folds wäre er verlustreich.